Projekte die Mut machen.

Eurosolar zeichnet 8 Organisationen mit dem Europäischen Solarpreis aus.
Sie haben vielleicht eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und freuen sich über den Einspeisetarif? Im Jahr 1988 gründete Hermann Scheer die europäische Organisation Eurosolar und entwickelte den Einspeisetarif, ein bis heute gültiges Finanzierungsmodell.

Außerdem werden seit 25 Jahren die europäischen Solarpreise vergeben, dieses Jahr im Kunstmuseum in Bonn. Eurosolar setzt sich für die Umstellung auf 100% erneuerbare Energie ein.

In seiner Ansprache hob Prof. Peter Droege, Präsident von Eurosolar, erneut hervor, die erneuerbaren Energien in den Mittelpunkt der Europäischen Energieversorgung zu stellen. Die Sonnenenergie ist im Überfluss vorhanden, reduziert unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, verringert den CO2-Ausstoss und stellt einen Grundpfeiler für die Entwicklung unseres Lebensstandards dar. Anschließend wurden die Gewinner des Solarpreises vorgestellt.

Die 8 ausgezeichneten Projekte decken sehr verschiedene Gebiete ab, denn handeln lohnt sich auf vielen Ebenen.


Le Mené, Frankreich, Bretagne
Diese Gemeinde aus der Bretagne suchte nach Wegen die Gülle aus der Landwirtschaft zu verwerten. Im Jahr 1999 wurde mit dem Bau einer Biogasanlage begonnen um die Bevölkerung von 6500 Einwohnern mit Strom und Wärme zu versorgen. Darauf folgten 78 Photovoltaiksysteme und 7 Windräder. Die Herstellung von eigenem Biodiesel macht den Import von Soya überflüssig. Zusätzlich wird Holz aus den eigenen Wäldern für das Heizen genutzt. Im Jahr 2025 möchte die Gemeinde Energieunabhängig werden. In vielen Nachbargemeinden hat dieses Projekt Nachahmer angeregt.


Pilatus Aircraft Ltd, Schweiz, Nidwalden

Der Flugzeugbauer hat sich den nachhaltigen Gebrauch der Energie auf die Fahne geschrieben und installierte eine perfekt integrierte Photovoltaikanlage auf das Dach der Produktionshalle. Auf 6000m2, mit einer Leistung von 1,05 MWp, produziert man jährlich 1,09 GWh welches für die Produktion der Flugzeuge genutzt wird. Der Überschuss von 13% versorgt die Region mit zusätzlichem Solarstrom.


S&H connect, Österreich, Burgenland
Diese Firma installiert PV-Anlagen auf Hallen von Landwirten, der Gemeinde und auf zusammenhängenden Dachflächen von Wohngebäuden. Mit dem „Sun Care Package“ werden die Dachflächen gemietet und mit 5 EUR/kWp während 13 Jahren vergütet. Anschließend werden die Anlagen zur eigenen Energieversorgung verschenkt. Zur Betriebssicherheit sind die Anlagen auf 25 Jahre versichert. In der Zwischenzeit wurden 100 Anlagen mit einer Leistung von 3,5 MW installiert.


Low Carbon Hub, Grossbritannien, Oxfordshire
In Zusammenarbeit mit Schulen, Firmen und gesellschaftlichen Gruppen bietet man Investitionsmodelle zur Förderung von erneuerbaren Energien an. Jeder, auch noch so kleiner Betrag ist willkommen und wird in neue Projekte wie z.B. Sonnenenergie und Wasserkraft gesteckt. Dies hilft der lokalen Bevölkerung in Oxfordshire am Ziel einer CO2 freien Energieversorgung
teilzunehmen. 37 PV-Anlagen und ein Wasserkraftwerk mit einer Gesamtleistung von 3,6 MW reduzierten den CO2-Verbrauch um 1500 Tonnen. Die Stromrechnungen reduzierten sich wesentlich und Benefizstrukturen wurden mit 2,4 Mio £ unterstützt.

Plus-Energy-Settlement Zentrum Tobel, Schweiz, Thorgau
Auf einem ehemaligen Industriegelände in Thorgau wurden 32 Minenergie-Wohnungen mit minimalen Kosten, sowie sehr niedrigen Heizkosten gebaut. Die Energie von Solarmodulen auf dem Dach und an den Fassaden wird in Schichtmodulen gespeichert und steht den Einwohnern kostenlos zur Verfügung. Den billigen Strom von den PV-Modulen bezieht man direkt vom Vermieter. Der Mietpreis beinhaltet die Benutzung von 4 E-Autos, welches mit dem Überschuss von 121500 kWh Strom sich selbst versorgt. Durch die Bauweise und der Selbstversorgung mit Energie liegen die Mieten 20% unter dem Durchschnitt der Ortschaft Thorgau.


Ostseetal GmbH & Co. KG, Deutschland, Stralsund
Die Moselfähre Sankta Maria II zwischen Oberbillig und Wasserbillig wird vollständig elektrisch durch Solarzellen und Batterien betrieben. Ein leichteres Gewicht sowie eine bessere Stromlinienform reduzierten den Energieverbrauch um 75%. Die neue Fähre ist 28m lang und bietet 45 Personen sowie 6 Fahrzeugen Platz. Auf diese Weise werden pro Jahr 14000 l Diesel eingespart. 14 weitere Projekte sind bereits in Planung.


Energy Endeauvour Foundation, Niederlande

Der Solar Decathlon wurde im Jahr 2000 in den USA gegründet und fördert den Wettbewerb von Studenten, neue Konzepte für Niedrigenergie-Häuser, welche ausschließlich von der Sonne mit Energie versorgt werden, zu erstellen. Seitdem wurden 73 Häuser von 2000 Studenten aus über 26 Ländern gebaut und von einer halben Million Besucher bestaunt. Damit wird der Nutzen von erneuerbarer Energie praktisch umgesetzt und mit neuen Ideen der Jugend verbunden.


Comet-ME, Israel, Westjordanland
Dieses Start-up verbindet erneuerbare Energien mit der Hilfe an Bedürftige. Nur ist dieses Projekt kein gewöhnliches: Die israelische Hilfsorganisation wendet sich an besonders bedürftige Palästinenser in den besetzten Gebieten des Westjordanlandes, welche weder über Straßen, noch Strom und Wasser verfügen; sie sind vom infrastrukturellem Leben ausgeschlossen. In der Zwischenzeit wurden PV-Anlagen und Windturbinen zur Stromproduktion sowie der Zugang zu sauberem Wasser für 5000 Menschen eingerichtet. Dies hat eine wesentliche Verbesserung des Lebensstandards zur Folge. Da die betroffenen selbst mit eingebunden werden, wurden Vorurteile abgebaut und die Zusammenarbeit gestärkt. Auf diese Weise trug Comet-Me zur Reduktion des Konfliktpotentials in diesem schwierigen Umfeld bei.


Die Überreichung der europäischen Solarpreise 2019 ist in Luxemburg vorgesehen.


Robert LEVEN

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Author: admin