Anthroposophische Sozialtherapie im Spiegel ausgewählter by Christof Stamm

By Christof Stamm

Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Norbert Schwarte

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Innerhalb dieser Selbstverwaltung kann allein der Zustand eintreten, durch den nicht ein die Fruchtbarkeit der Einzelmenschen für das soziale Leben unterdrückender Gesamtwille entsteht, sondern durch den in das Gesamtleben die menschlichen Einzelleistungen zu dessen Wohle aufgenommen werden“ (Steiner 1988, 282). Zur Gestaltung des Wirtschaftslebens wurde von Steiner eine assoziative Gestaltung vorgeschlagen, in welcher Produzenten und Konsumenten über alle Angelegenheiten der Produktion, Verteilung und Preisgestaltung von Waren und Dienstleistungen gemeinsam entscheiden.

Im Zuge dieser Entwicklung kamen wesentliche Impulse für die anthroposophische Heilpädagogik und Sozialtherapie insbesondere aus dem Kontext der zu dieser Zeit im angelsächsischen Raum entstehenden Camphill-Bewegung. Eng verknüpft ist diese mit dem österreichischem Arzt und Heilpädagogen Karl König (1902-1966). Zunächst in Wien als Arzt praktizierend, hatte König im Sonnenhof sowie im anthroposophischen Heil- und Erziehungsinstitut Pilgramshain in Schlesien gearbeitet. ; Heinrich 1997, 50). Mit anderen Emigranten initiierte er 1940 in der Nähe von Aberdeen/Schottland eine Heimschulgemeinschaft, in der Mitarbeiter mit den geistig behinderten Schülern zusammen lebten (Buchka 2003a, 263)9.

Eine Behinderung respektive Seelenpflegebedürftigkeit entsteht aus anthroposophischer Perspektive nun, wenn es – etwa bedingt durch eine beeinträchtigte Leiborganisation – zu einer gestörten Verbindung zwischen Leib sowie Seele und Geist und infolgedessen zu einem gestörten Inkarnationsvorgang kommt. Daher wird hier auch von einer „Inkarnationsstörung“ (Klimm 1980, 11) gesprochen. Eine geistige Behinderung – dieses wurde bereits sichtbar – kann es aus diesem Verständnis heraus nicht geben: „Der Geist kann nicht erkranken; er ist unversehrt, aber er vermag sich durch das gestörte Instrument des Leibes nur unvollkommen zu äußern“ (Holtzapfel 2003, 154).

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